News & Rennberichte zu Marc Lieb
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Porsche-Teams holen Podiumsplätze, Sieg und Meisterschaft
Stuttgart. Das war knapp. Nur 0,183 Sekunden
fehlten den Porsche-Werksfahrern Marc Lieb (Ludwigsburg) und Richard
Lietz (Österreich) im 911 GT3 RSR zu ihrem ersten Saisonsieg. Beim
Finale der Le Mans Series feierten die Titelverteidiger in Estoril mit
einem zweiten Platz in der Sportwagen-Klasse GTE Pro ihr bestes
Saisonergebnis. Die Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen) und Patrick
Pilet (Frankreich) freuten sich über Platz drei als bestem
Saisonresultat. Ausgelassenen Jubel gab es in der Kategorie GTE Am, in
der nur ein Profirennfahrer pro Fahrzeug gestattet ist. Die Franzosen
Nicolas Armindo und Raymond Narac krönten ihre Saison mit einem weiteren
Sieg mit der 2010er-Version des 911 GT3 RSR, der ihnen den Gewinn der
Fahrer-Meisterschaft bescherte.
„Es war ein richtig gutes
Rennen“, sagte Marc Lieb. „Wie erwartet, gab es einen ganz engen Kampf
zwischen den Ferrari und uns. Unser Elfer war über die sechs Rennstunden
absolut konstant. Richard und ich sowie das Team haben alles gegeben.
Wir haben gekämpft bis zum Schluss. Beim letzten Boxenstopp hat Richard
ein bisschen Pech gehabt, als er in den Verkehr kam. Dabei haben wir die
entscheidenden Sekunden verloren, sodass der Ferrari in Führung gehen
konnte.“
Als Vierter ins Rennen gestartet, setzte sich Richard
Lietz bereits nach einer knappen Stunde an die zweite Position in der
Klasse. Lieb und Lietz holten Runde für Runde auf den Führenden auf.
Lietz war es dann, der in seinem zweiten Stint die Lücke schließen
konnte – und die Boxenmannschaft von Felbermayr-Proton tat das ihre zum
Erfolg: Mit einem um acht Sekunden schnelleren Boxenstopp brachten sie
den 911 GT3 RSR mit Lieb am Steuer in Führung. Diese zu verteidigen, war
ein hartes Stück Arbeit. Lieb konnte den Verfolger hinter sich halten,
aber nicht richtig abschütteln. Auch der letzte Boxenstopp von
Felbermayr-Proton gelang, doch zurück auf der Strecke geriet Lietz in
den Verkehr – der Ferrari eroberte Rang eins zurück. Zwar klebte Lietz
danach eine Stunde lang förmlich am Heck des Führenden, konnte auf dem
engen Kurs aber nicht überholen. „Es war eine sensationelle
Schlussphase“, sagte Richard Lietz. „In der letzten Runde sind wir zwei
Mal nebeneinander gefahren und haben uns mehrfach berührt. Es war aber
definitiv nicht möglich zu überholen, ohne die Grenzen der Fairness zu
überschreiten. Wenn man den Sieg vor Augen hat und ihn dann so knapp
verpasst, ist man bei aller Freude über Platz zwei auch ein bisschen
enttäuscht.“ Nach dem Gewinn der Fahrer-Meisterschaft in den beiden
Vorjahren belegen die beiden 2011 den dritten Tabellenplatz.
Für
die Werksfahrer Wolf Henzler und Patrick Pilet, die in der
GTE-Pro-Klasse für das Team IMSA Performance Matmut fahren, war der
Rennverlauf nicht minder aufregend. Startfahrer Pilet hatte sich am
Beginn für fünf Runden an die Spitze gesetzt, musste die Führung dann
aber abgeben. Wegen Problemen mit dem Schlagschrauber bei gleich zwei
Boxenstopps fiel das deutsch-französische Fahrer-Duo schließlich auf
Rang drei zurück. „Den dritten Platz zu halten, hat uns alles
abverlangt“, sagten Henzler und Pilet unisono. „Wir haben alle möglichen
Abstimmungsvarianten ausprobiert“, detaillierte Henzler. „Aber wir
haben es einfach nicht geschafft, eine gute Balance hinzukriegen. Mit
frischen Reifen konnten wir super mithalten, aber nach ein paar Runden
war der Elfer dann schwer zu fahren. Und wir haben bei unseren
Boxenstopps viel Zeit verloren, daran müssen wir sicher noch arbeiten.“
Pilet fügte an: „Umso schöner ist es, dass wir trotzdem den ersten
Podiumsplatz erkämpft haben. Wir sind glücklich.“
Für IMSA
Performance Matmut gab es doppelten Grund zur Freude beim Finale. Neben
dem dritten Platz für die GTE-Pro-Piloten herrschte natürlich
Riesenjubel über den Sieg und den Gewinn der Meisterschaft in der Klasse
GTE Am. Es ist der erste internationale Titel für das Team aus Rouen im
Norden Frankreichs. Der amtierende Meister des Porsche Carrera Cup
Deutschland, Nicolas Armindo, und Teameigner und Hobby-Pilot Raymond
Narac weisen in der GTE-Am-Klasse die makellose Bilanz von vier
Saisonsiegen in fünf Rennen auf. Gemäß Reglement starten sie mit der
2010er-Version des 911 GT3 RSR. Das Team hat außerdem die
Team-Meisterschaft gewonnen, die als Eintrittskarte zu den 24 Stunden
von Le Mans 2012 gilt. „Ich kann gar nicht ausdrücken, wie glücklich ich
bin“, sagte ein strahlender Armindo. „Am Beginn der Saison war alles
neu für mich. Aber dank des Teams habe ich mich schnell in dem neuen
Umfeld zurechtgefunden, und auch mit dem 911 GT3 RSR bin ich auf Anhieb
gut zurechtgekommen. Dass ich in meinem ersten Jahr in der LMS dazu
beitragen konnte, dass diese familiäre Mannschaft den Meisterpokal mit
nach Hause nehmen kann, macht mich stolz.“
Zufrieden waren auch
Felbermayr-Proton-Teambesitzer Christian Ried (Schönebürg) und der
Österreicher Horst Felbermayr Junior. Die beiden Auftaktsieger von Le
Castellet schlossen die Saison in der GTE-Am-Klasse mit einem
Podiumsplatz ab.
Für das dritte Porsche-Team in der
GTE-Pro-Klasse, Werksfahrer Marco Holzer (Lochau) und Marc Goossens
(Belgien), war das Rennen dagegen bereits in der ersten Runde zu Ende,
als ein Konkurrent aufs rechte Vorderrad des Elfers von ProSpeed
Competition krachte – Lenkgetriebe gebrochen, Aus. „Es ist total schade,
dass die Saison so endet“, sagte Marco Holzer. „Wir waren gestern tolle
Vierte im Qualifying und haben uns Chancen ausgerechnet, noch um Platz
zwei der GTE-Pro-Wertung zu fahren. Leider hat ein übermotivierter
Konkurrent unsere Hoffnungen zunichte gemacht. Für unser Team, das
unheimlich hart gearbeitet hat, ist so ein Saisonabschluss natürlich
bitter.“
Rennergebnisse
| POS. | DRIVER | CAR | CLASS | POINTS |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Bell/Walker | Ferrari F458 Italia | GTE Pro | |
| 2 | Lieb/Lietz | Porsche 911 GT3 RSR | GTE Pro | |
| 3 | Henzler/Pilet | Porsche 911 GT3 RSR | GTE Pro | |
| 4 | Melo/Vilander | Ferrari F458 Italia | GTE Pro | |
| 5 | Hancock/Dolan | Aston Martin Vantage | GTE Pro | |
| 6 | Rodrigues/Ballay/Ayari | Ferrari F458 Italia | GTE Pro | |
| 7 | Farnbacher/Simonsen | Ferrari F458 Italia | GTE Pro |





